Warum bedeuten mir Hörspiele so viel?
Ich liebe Bücher und habe schon immer gerne gelesen – aber Hörspiele haben für mich eine ganz andere Dimension. Das Schöne an Büchern ist, dass es für mich ein sehr intimer, geschützter Raum ist, in dem nur ich und die Geschichte existieren. Bei Hörspielen ist es das Gegenteil – sie sind direkt mit anderen zusammen erlebbar. Meine schönsten Kindheitserinnerungen sind daher, wie meine Geschwister und ich im Urlaub auf langen Fahrten zusammen TKKG und Pumuckl gehört haben. Aber meine allerwichtigsten Hörspiel-Momente waren Tage und Nächte, in denen wir Kinder beim Lego-Bauen unsere allerersten Fälle von den Drei Fragezeichen gehört haben. Zusammen darüber erschrecken, als zum ersten Mal der Wecker schreit oder der tanzende Teufel durch eine Fensterscheibe bricht – unvergesslich.
Warum habe ich der Buchfigur Tony diese Leidenschaft mitgegeben? Tony hat kein sehr enges Verhältnis zu ihrer Familie und hat Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen. In ihrer Kindheit hat sie viel Zeit alleine verbracht und in ihrem Zimmer Hörspiele gehört. Justus, Peter und Bob sind daher mehr als nur fiktive Charaktere, sie sind Freunde und Vertraute geworden. Ich stelle mir auch gerne vor, dass Tony und ihre Schwester Marie als Kinder gerne gemeinsam Hörspiele gehört haben. Dabei konnten sie unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen – Tony baute Lego, Marie malte Bilder – aber trotzdem verband sie dabei etwas. Daher tragen Hörspiele für Tony als Erwachsene auch ein Stück Familienerinnerung in sich, ohne dass sie sich dessen aktiv bewusst ist.
Und was ist Tony Lieblingspodcast? Natürlich „Ausnahme der Rose – der Podcast über Hörspiele von Felix Scharlau und Linus Volkmann.